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	<title>unique - der communiqua-Blog</title>
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	<pubDate>Tue, 08 May 2012 12:30:22 +0000</pubDate>
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		<title>Auf Samtpfoten durch den Blätterwald</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 12:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aufgefallen]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht, dass ich keine Arbeiten zu erledigen hätte. Nicht, dass der Kühlschrank leer wäre und die Hemden aus der Reinigung abgeholt werden müssten. Aber manchmal muss man den dummen Gedanken einfach freien Lauf lassen. Ausgangslage: Seit heute Morgen wird eifrig gemutmasst, welches Vieh denn durchs Mittelland streife. Der Begriff «Mittelland» ist extra grosszügig gewählt, denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht, dass ich keine Arbeiten zu erledigen hätte. Nicht, dass der Kühlschrank leer wäre und die Hemden aus der Reinigung abgeholt werden müssten. Aber manchmal muss man den dummen Gedanken einfach freien Lauf lassen. Ausgangslage: Seit heute Morgen wird eifrig gemutmasst, welches Vieh denn durchs Mittelland streife. Der Begriff «Mittelland» ist extra grosszügig gewählt, denn «Oberaargau», wie es der Tagesanzeiger online für die Gegend zwischen Bätterkinden und Kestenholz macht und das zugleich mit dem Attribut «Solothurnisch» versieht, ist falsch. Die Frage jedenfalls: Handelt es sich wirklich um einen Panther?</p>
<p>Selbiger Tagesanzeiger online titelt am Nachmittag «Bäckerin sah Panther auf dem Weg zur Arbeit». Und da stellt sich mir als Leser und Beobachter sofort die Frage: Was arbeitet so ein Panther überhaupt? Und wieso ist er schon so früh wie die Angehörigen der Bäckerszunft unterwegs? Bestimmt ist es Schwarzarbeit!</p>
<p>Und damit macht auch gleich Sinn, worauf Blick online mit seinem Titel abzielt bzw. was die nächste Stufe seiner Kampagne sein wird: Das zweitbeliebteste online-Newsportal der Schweiz fragt nämlich «Ist das Raubtier aus Deutschland eingewandert?» - Also eindeutig ein Fall für SVP-Hansdampf-in-allen-Gassen Natalie Rickli. Das Vieh gehört sofort ausgeschafft, die EU verklagt. Denn die Ventilklausel sieht keine Tiere vor.</p>
<p>Und ausserdem ist jetzt definitiv belegt, dass die SVP-Kampagne mit den schwarzen Schafen eine Lüge war – billige, schlecht recherchierte Propaganda!!! Denn in Tat und Wahrheit sind es schwarze Raubkatzen. Die Schafe können da gar nichts dafür!</p>
<p>Nämlich! </p>
<p>So, das musste mal gesagt sein! Und jetzt arbeite ich wieder weiter.</p>
<p>PS: Es bleibt nur eine Frage: Wer gewinnt das heutige Schlagzeilen-Rennen? Walter Roderer selig oder s Büsi?</p>
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		<title>Spott für Spot</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 08:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aufgefallen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich schon lange mal fragen: Frauen, seid ihr wirklich so blöd, wie die Werber meinen? Denn was uns da in letzter Zeit vorgesetzt wird, geht ja wirklich über die Hutschnur. Hohle Phrasen, mässige Botschaften und überall wird die Frau irgendwie als dümmlich, leichtgläubig und nur aufs Äussere achtend dargestellt. Aber eins nach dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich wollte ich schon lange mal fragen: Frauen, seid ihr wirklich so blöd, wie die Werber meinen? Denn was uns da in letzter Zeit vorgesetzt wird, geht ja wirklich über die Hutschnur. Hohle Phrasen, mässige Botschaften und überall wird die Frau irgendwie als dümmlich, leichtgläubig und nur aufs Äussere achtend dargestellt. Aber eins nach dem anderen.</p>
<p>Am Anfang stand die Dove-Werbung mit der trockenen Haut. Dove, der Hersteller etlicher eigentlich gut positionierter Körperpflegeprodukte, der uns vor nicht allzu langer Zeit weismachen wollte, wir hätten nichts zu verstecken und dürften uns ruhig so zeigen, wie wir sind, rät uns nun auf einmal, alles zu verstecken. Untermalt mit Musik, die einem Kinderlied entnommen sein könnte und lächerlichen Bildern. Bitte:</p>
<p><iframe width="373" height="210" src="http://www.youtube.com/embed/oOVg7eizJ3U" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Dann wurde es aber – man höre und staune – noch besser. Rexona verteilte Glöckchen:</p>
<p><iframe width="373" height="210" src="http://www.youtube.com/embed/96yp6kkVfC8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wer, um Gottes Willen, glaubt ernsthaft, dass ein weiterer Körperpflege-Konzern Glöckchen an Frauen verteilt, die diese dann noch tragen und in der Welt herumbimmeln, als wären sie ein dem Manne entlaufenes Schaf?!? Da fliegt der Mensch zum Mond, entwickelt Smartphones und hochkomplexe Medizin, aber um Bewegungen zu messen, dafür muss er Glöckchen verteilen. Klar! Ich dachte, es gebe technisch ausgefeiltere Lösungen, aber da lag ich wohl falsch.</p>
<p>Seit einigen Monaten macht das Urgestein des RTL-Boulevard Werbung für ein Crèmchen: Frauke Ludowig ist Testimonial für Olaz und gibt bereitwillig Auskunft, dass sie im Job ja einen Visagisten  beanspruche, auf den sie privat aber gut verzichten könne:</p>
<p>                  <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=zROTlNTNXjY" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=zROTlNTNXjY</a></p>
<p></em>(Sorry, das Video lässt sich leider nicht einbetten&#8230;)</p>
<p>Wieso aber, frage ich mich immer wieder, wenn mir das Frauke mit ihren in Stein gemeisselten Gesichtszügen das so im gemeinsamen Zwiegespräch anvertraut, hat sie denn in ihrem Necessaire diese «Tiegelchen und Töpfchen», wenn sie sie nach eigener Aussage ja gar nicht braucht? Wer hat ihr die denn da rein gelegt? Jemand von der «Brisant»-Konkurrenz bei ARD?</p>
<p>Aber die Krönung ist ja ein ganz neuer Spot, der erst seit kurzer Zeit läuft: Da ist eine Ex-Skifahrerin, die quasi von der Bildfläche verschwunden ist, und uns auf einmal etwas zu erzählen hat:</p>
<p><iframe width="373" height="210" src="http://www.youtube.com/embed/YDHCKOs0TpU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Klar, der private, selbstgefilmte Charakter soll die Nähe darstellen, das unmittelbare Mitteilungsbedürfnis von Frau Walliser. Aber seien wir ehrlich: Wer glaubt denn, dass a) Maria Walliser so aus dem Nichts auf «Activia» aufmerksam wurde, weil ihre Verdauung mehr Slalom als Abfahrt machte, und b) dass Sie das der Welt nun auch noch ganz aus eigenem Antrieb mitteilen will? Nichts gegen Testimonials, aber dann inszeniert sie doch wenigstens recht.</p>
<p>Mehr als Abschluss und etwas ausserhalb meiner Betrachtungen dafür noch der Spot, der im Moment am absolut hohlsten ist. Mann und Frau und Kind hüpfen zu Teenie-Musik vor einer Bluebox herum. Geile Botschaft! Merci Atupri! Ihr wollt wohl &#8220;à tout prix&#8221; auffallen.</p>
<p><iframe width="373" height="210" src="http://www.youtube.com/embed/v44omfy3s3Y" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&#8230;Und ich schaue definitiv zu viel fern&#8230;</p>
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		<title>Weltwoche und aktives Politisieren – war da nicht etwas?</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 09:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir erinnern uns: Vor nicht allzu langer Zeit wollte die Weltwoche bei der SRG Mitarbeiter ausfindig machen, die einer politischen Partei angehören – wenn möglich wohl der SP oder noch Linkeren, noch Netteren – um nachzuweisen, dass der öffentlich finanzierte Sender so oder so nur links berichtet. Die Anfrage bei jedem und jedem einzelnen im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir erinnern uns: Vor nicht allzu langer Zeit wollte die Weltwoche bei der SRG Mitarbeiter ausfindig machen, die einer politischen Partei angehören – wenn möglich wohl der SP oder noch Linkeren, noch Netteren – um nachzuweisen, dass der öffentlich finanzierte Sender so oder so nur links berichtet. Die Anfrage bei jedem und jedem einzelnen im Leutschenbach wurde von dessen Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit (meines Erachtens) souverän abgeschmettert.</p>
<p>Nun wird also, der letzte Sonntag hats gezeigt, mit Peter Keller ein Journalist eben dieses Blattes im Nationalrat sitzen. Dass er der SVP angehört, mag nicht weiter verwundern, wenn man die Zeitung und ihren Hintergrund etwas verfolgt, sei aber der Vollständigkeit halber hier trotzdem erwähnt. Für mich war während meiner journalistischen Tätigkeit – und auch jetzt – eigentlich immer klar: «Anwalt der Öffentlichkeit» sein und selbst politisch gebunden – also buchstäblich und im wahrsten Sinne des Wortes parteiisch sein, das geht nicht. Wer ernsthaft Interessenkonflikte vermeiden will und als Journi arbeiten möchte, sollte keiner Partei angehören. Freilich: Bis vor 20 Jahren war das anders. Da musste man fast einer Partei angehören, wenn man fürs entsprechende Parteiblatt arbeiten wollte. Aber heute? Nein. Nicht umsonst finden auch Medienwissenschaftler diese Verquickung unpassend. Der Presserat betrachtet diese beiden Funktionen als nicht vereinbar und Medienprofessor Roger Blum äussert sich auf Tagi online von heute ebenso (<a href="http://bit.ly/tVh3kU">http://bit.ly/tVh3kU</a>).</p>
<p>Nun verstösst also ausgerechnet ein Journalist jener Zeitung, die sich vor ein, zwei Jahren noch empörte, dass Journalisten sich politisch binden lassen, gegen dieses Prinzip. Und damit nicht genug. Peter Keller könnte sich sogar vorstellen, selbst über seine politische Arbeit zu schreiben. Und noch besser. Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel «will seinem Mitarbeiter bei dessen journalistischer Tätigkeit keinerlei Einschränkung auferlegen» (Zitat Tagi online).</p>
<p>Einst habe ich die Weltwoche regelmässig gelesen, als Köppel Chef war nur sporadisch, dann wieder regelmässig und nach der Rückkehr von Köppel kündigten wir das Abo. Der heutige Tag erinnert mich einmal mehr, weshalb: Es hat glaub etwas mit Inkonsequenz, Polemik und Heuchlerei zu tun.</p>
<p>Diesen Artikel widme ich übrigens der Gemeinde Gerlafingen.</p>
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		<title>No Apple a day keeps the iPhone away - ein Selbstversuch</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 16:41:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[ Tag 11: überstanden&#8230;
Das Wochenende war eigentlich gar nicht so hart. Ich war viel unterwegs, war mit Leuten zusammen und konnte sehr gut mit ihnen sprechen und brauchte keine Siri. Von dem her könnte man also zufrieden sein. Etwas hart wars erst am Freitagabend, als mir das Tracking-System mitteilte, dass iPhone habe die Reparaturstelle verlassen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> <span style="font-family: &quot;Georgia&quot;,&quot;serif&quot;;"><span style="font-size: large;"><b>Tag 11: überstanden&#8230;</span></span></b></p>
<p>Das Wochenende war eigentlich gar nicht so hart. Ich war viel unterwegs, war mit Leuten zusammen und konnte sehr gut mit ihnen sprechen und brauchte keine Siri. Von dem her könnte man also zufrieden sein. Etwas hart wars erst am Freitagabend, als mir das Tracking-System mitteilte, dass iPhone habe die Reparaturstelle verlassen und sei unterwegs in den Shop.</p>
<p>Erinnern Sie sich: Ihre Eltern sagten Ihnen, sie hätten das Weihnachtsgeschenk schon gekauft und es sei im Haus irgendwo. Und doch kamen Sie nie ran, alles Suchen half nichts: So nah und doch so fern.</p>
<p>Aber eigentlich war das auch nicht soooo extrem schlimm. Schlimm war es aber gestern. Ich halte mich während eines Wahlsonntags ja gern auf dem Laufenden. Wieso, weiss ich eigentlich auch nicht. Ich kann die Welt ja nicht verändern, sobald ich weiss, dass die SVP einen Sitz an eine andere Partei verloren hat. Aber vielleicht ist es eine Angewohnheit von alten Journi-Zeiten: Immer wissen, was grad geht. Nun ja, wie auch immer&#8230; Jedenfalls konnte ich mich ja also bis am frühen Nachmittag gut auf dem Laufenden halten. Aber gegen Abend war das schwieriger, weil wir zu Besuch waren. Obwohl, nein, eigentlich doch nicht. Denn es wäre mir egal gewesen, was die Schweiz gewählt hat, solange ich bei Freunden bin. Aber allein der Gedanke, der Umstand, dass ich mich gar nicht hätte auf dem Laufenden halten können; das war hart!</p>
<p>Nun. Gehabte Sorgen hab ich gern. Seit rund einer Stunde bin ich wieder freudiger Besitzer meines iPhones. Ich synchronisiere es grad – und ab morgen ist die Welt wieder in Ordnung.</p>
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		<title>No Apple a day keeps the iPhone away - ein Selbstversuch</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 14:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Tag 7: up to date und doch wieder nicht
Seit sieben Tagen bin ich nun also iPhone-los und habe erst heute gemerkt: Ich kann den Reparaturstatus meines Smartphones online abrufen. Sie kennen das, wenn Sie z.B. mal einen DELL-Computer bestellt haben. Da kriegen Sie einen UPS-Code und können fortan rund um die Uhr mitverfolgen, wie Ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="margin: auto 0cm;"><span style="font-family: &quot;Georgia&quot;,&quot;serif&quot;;"><span style="font-size: large;">Tag 7: up to date und doch wieder nicht</span></span></h2>
<p>Seit sieben Tagen bin ich nun also iPhone-los und habe erst heute gemerkt: Ich kann den Reparaturstatus meines Smartphones online abrufen. Sie kennen das, wenn Sie z.B. mal einen DELL-Computer bestellt haben. Da kriegen Sie einen UPS-Code und können fortan rund um die Uhr mitverfolgen, wie Ihr heiss ersehnter Computer munter um die Welt reist, wo er grad in Zoll stecken geblieben ist, wo er grad gelagert und umgeladen wird.</p>
<p>Das kann ich seit heute Mittag also auch mit meinem iPhone machen. Ich sehe da: Erst zwei Tage, nachdem ichs im Shop übergeben habe, ist es in der Reparaturstelle gelandet – war wohl eine A-Post-Fracht. Nun zeigt ein lustiges Icon mit einem über einen Tisch gebeugten Strichmännchen, dass man das iPhone repariert - und gleichzeitig lese ich im Bund-online von einem netten Herrn in Bern, der in seiner iPhone-Klinik in 20 Minuten den meisten iPhones wieder auf die Sprünge hilft. Ob ich, wenn ich zu ihm gegangen wäre, schon wieder glücklicher, zeitvertreibender iPhone-Nutzer wäre?</p>
<p>In diesen Gedanken, die ich mir über Mittag anstellte, merkte ich bei einem meiner halbtäglichen Blicke auf mein – ja, eben: auf mein unsympathisches Ersatzgerät, dass mich nun auch das hängen lässt: Stundenlang kein Empfang und erst seit ein paar Minuten wieder im Netz. Mobile Kommunikation ist schon ein vermaledeit‘ Ding&#8230; Als ich vorhin jedenfalls kurz meinen potenziell neuen Arbeitstisch vermessen musste, habe ich das jedenfalls mit Doppelmeter, Bleistift und Blöckchen gemacht. Es hat bestens geklappt!</p>
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		<title>No Apple a day keeps the iPhone away - ein Selbstversuch</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 13:49:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Tag 6: jetzt wird&#8217;s elementar
Bisher war ja alles irgendwie nicht ganz so schlimm. Klar: Ich komme mit diesem Nokia-Teil nicht klar – dabei habe ich vor gut einem Jahr noch auf Nokia geschworen. Ich telefoniere kaum, habe noch kein SMS geschrieben. Aber neben dem Kalender, der mir ja vom ersten Moment an gefehlt hat, beginnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="margin: auto 0cm;"><span style="font-family: &quot;Georgia&quot;,&quot;serif&quot;;"><span style="font-size: large;">Tag 6: jetzt wird&#8217;s elementar</span></span></h2>
<p>Bisher war ja alles irgendwie nicht ganz so schlimm. Klar: Ich komme mit diesem Nokia-Teil nicht klar – dabei habe ich vor gut einem Jahr noch auf Nokia geschworen. Ich telefoniere kaum, habe noch kein SMS geschrieben. Aber neben dem Kalender, der mir ja vom ersten Moment an gefehlt hat, beginnen mir nun andere Dinge ernsthaft zu fehlen. Und ich merke, dass ein iPhone doch nicht eben einfach nur ein lustiges Gadget ist.</p>
<p>Ich habe immer mal da und dort fotografiert. Werbung, die mir positiv oder negativ aufgefallen ist. Dokumente, die ich nicht kopieren mochte oder konnte. Anderes, was irgendwie auffällt, schön ist oder sonst halt eben würdig ist festgehalten zu werden. Das mache ich seit sechs Tagen nicht mehr. Gestern war ich mit dem Zug unterwegs und musste mich ganz auf meine Intuition verlassen, wann und wo der Anschlusszug auf mich wartet – und das innerhalb von drei Minuten. Zu meinem Erstaunen hat es geklappt und ich war ohne Zeitverlust zuhause. Immer mal wieder schaue ich auch per mobiles Web irgendetwas nach. Auch das mache ich seit sechs Tagen nicht mehr und habe dann eine ellenlange Liste an Dingen, die mich interessieren, wenn ich am PC oder auf dem iPad sitze.</p>
<p>Heute habe ich mich mit einer Bekannten unterhalten. Sie meinte, sie habe diese Probleme gar nicht, denn sie habe nie ein Smartphone besessen. Man könne sich ja, sofern man nicht schon längst «verappelt» ist, Zugsverbindungen per SMS abrufen. Ich musste ihr beipflichten. Und es geht ja noch weiter. Erinnern Sie sich an die Zeiten, als man das Kursbuch aus dem Schrank holte und in endlosen, kleinstgeschriebenen, miserabel gegliederten Tabellen den richtigen Zug raussuchte? Oder als man den «Brockhaus» aus dem Gestell klaubte (garantiert hat man dabei noch den gesuchten Buchstaben dem falschen Band zugeordnet und musste nochmals nachgreifen) um etwas nachzulesen? Ja, stimmte ich ihr zu: Man wird ganz schön verwöhnt als «Smartphoner». Ja, man könnte sagen, wie smarter das Phone, umso&#8230;</p>
<p>Und darum schreib ich ja jetzt auch so wohlersonnene, tiefgreifende, Erfahrungsberichte. Mein Phone ist ja eben «Smart, but not too much».</p>
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		<title>No Apple a day keeps the iPhone away - ein Selbstversuch</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 11:56:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Tage 3 und 4: erleichterndes Wochenende
Grad bei diesem Wetter ist so ein Wochenende ja grundsätzlich vom Nichtstun geprägt. Ich sitze da, höre Musik, lese, sehe fern&#8230; Und was mein «mobile device» (lange habe ich nach einem allgemeinen Ausdruck gesucht und nun habe ich ihn glaubs gefunden. Natel geht ja nicht, wenns ein iPhone ist, Smartphone [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="margin: auto 0cm;"><span style="font-family: &quot;Georgia&quot;,&quot;serif&quot;;"><span style="font-size: large;">Tage 3 und 4: erleichterndes Wochenende</span></span></h2>
<p>Grad bei diesem Wetter ist so ein Wochenende ja grundsätzlich vom Nichtstun geprägt. Ich sitze da, höre Musik, lese, sehe fern&#8230; Und was mein «mobile device» (lange habe ich nach einem allgemeinen Ausdruck gesucht und nun habe ich ihn glaubs gefunden. Natel geht ja nicht, wenns ein iPhone ist, Smartphone ist doch sehr technisch und im Falle meines Ersatzgeräts ja eben auch wenig treffen&#8230;) in dieser Zeit treibt, ist mir relativ wurscht. Wochenenden sind für mich eh weitgehend frei von solchen Geräten.</p>
<p>Gut, gestern Abend ist ein SMS reingekommen. Das hat mich im Moment grad etwas ratlos zurückgelassen. Wie reagiere ich? Weil meine Kontakte ja nicht auf dem «device» sind, konnte ich den Absender nicht 100-prozentig festmachen. Immerhin erahnen konnte ich ihn und heute mittels Outlook-Kontakte verifizieren. (Sorry, dass ich darum jetzt erst reagiert habe!) Auch wenn jemand anruft, bleiben meine lockerflockigen Begrüssungen (so es denn solche sind, aber immerhin kann ich den Anrufer mit Namen begrüssen) aus. Eher formell trete ich auf und staune eigentlich. Was ich schon immer ahnte, manifestiert sich jetzt: Ich habe keine Ahnung, wie die Telefonnummern meiner Bekannten lauten. Gott, wenn ich meinen Computer einmal nicht mehr habe – das iPhone habe ich ja schon nicht, zum Glück vorübergehend –, bin ich aufgeschmissen.</p>
<p>Ich mache also sogleich einen aktiven Schritt ins Steinzeitalter und printe all meine Kontakte aus. Sofort! Jetzt gleich! Danach ist wieder Wochenende und all die Gadgets können mir den Buckel runter rutschen!</p>
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		<title>No Apple a day keeps the iPhone away - ein Selbstversuch</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 13:47:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Tag 2: die Identitätskrise
(Der Titel sagt noch immer nichts aus, klingt aber immer noch ziemlich cool)
Ich fühle mich angewidert! Da ist etwas, das nicht hier sein sollte. Etwas Fremdes, ein Eindringling quasi. Und ich hoffe den ganzen Tag, ich benötige es nicht. Grad heute, da ich ausserhalb einen Medientermin habe, ist das leider illusorisch. Ich weiss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="margin: auto 0cm;"><span style="font-family: &quot;Georgia&quot;,&quot;serif&quot;;"><span style="font-size: large;">Tag 2: die Identitätskrise</span></span></h2>
<p>(Der Titel sagt noch immer nichts aus, klingt aber immer noch ziemlich cool)</p>
<p>Ich fühle mich angewidert! Da ist etwas, das nicht hier sein sollte. Etwas Fremdes, ein Eindringling quasi. Und ich hoffe den ganzen Tag, ich benötige es nicht. Grad heute, da ich ausserhalb einen Medientermin habe, ist das leider illusorisch. Ich weiss ja eigentlich auch, dass es blöd ist, so zu denken. Aber es ist nun halt mal so.</p>
<p>Entsprechend behandle ich das Ding auch. Es liegt seit gestern mehr oder weniger regungslos in einer Ecke. Und nur mein kommunikationstechnisches Pflichtbewusstsein hat überhaupt dazu geführt, dass ich den allmählich zur Neige gehenden Akku wieder frisch auflade: Wir reden (heisst: ich schreibe und Sie lesen) von mein Ersatz-«Smart, but not too much»-Phone&#8230;</p>
<p>Ich mag nicht mit ihm telefonieren oder SMS schreiben (und da es ja gar keine anderen Apps drauf hat, erübrigen sich weitere Aktivitäten). Nicht einfach, weil der auf mich folgende Ersatznutzer das dann sehen und lesen könnte. Nein, es ist einfach nicht mein eigenes Gerät. Es gehört mir nicht und ich gehöre nicht zu ihm. Vielleicht spioniert es mich ja aus, leitet alle Mitteilungen und Gespräche an irgendeinen Ort weiter. Nicht dass ich etwas zu verbergen hätte oder dass mein iPhone das bisher nicht auch hätte machen können. Aber ich traue dem Ding einfach nicht. Es gibt nur etwas, dass es richtig machen könnte: Es empfängt ein SMS, in welchem mir mein Telekom-Anbieter mitteilt, dass ich mein iPhone (oder ein gänzlich neues, wohl aber kein 4S) wieder abholen kann.</p>
<p>Aber so lange strafe ich es mit Verachtung!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>No Apple a day keeps the iPhone away - ein Selbstversuch</title>
		<link>http://www.communiqua.ch/unique/?p=67</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 13:28:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[(Der Titel sagt nichts aus, klingt aber irgendwie cool, oder?)
Eigentlich wollte ich ja gestern Abend nur den Outlook-Kalender mit neuen Sitzungsterminen synchronisieren. Aber da fragte mich iTunes so freundlich, obs denn gleich iOS 5 installieren soll. Klar, dachte ich. Wer kann bei einer so netten Nachfrage nein sagen. Und wer hätte schon ahnen können, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Der Titel sagt nichts aus, klingt aber irgendwie cool, oder?)</p>
<p>Eigentlich wollte ich ja gestern Abend nur den Outlook-Kalender mit neuen Sitzungsterminen synchronisieren. Aber da fragte mich iTunes so freundlich, obs denn gleich iOS 5 installieren soll. Klar, dachte ich. Wer kann bei einer so netten Nachfrage nein sagen. Und wer hätte schon ahnen können, dass in Cupertion alles drunter und drüber geht, nachdem der Chef nicht mehr zum Rechten schauen kann..? Aber der sitzt ja nun irgendwo auf einer iCloud und spielt wohl auf einer Harfen-iPad-App.</p>
<p>Nun installierte sich auf meinem iPhone 4 nicht nur iOS 5 nicht, sondern das alte Betriebssystem liess sich nicht wiederherstellen. Mein Smartphone kreist seither irgendwo im OS-Nirvana. Mein Telekom-Anbieter hat sich dem Problem heute Morgen subito angenommen und mir ein Ersatzgerät gegeben. Aber nicht nur, weil das nicht so geil ist wie ein iPhone, sondern weil der nächste Kunde, der ein Ersatzgerät braucht, meinen Datenverkehr nicht sehen soll bzw. ich diesen nicht umständlich löschen will, beschränke ich mich aufs Wesentliche: Telefonieren – und auch das nur, wenns unbedingt sein muss.</p>
<p>Also starten wir den Selbstversuch: Sieben Tage (so lange schätzen sie, dauert es – nein: nicht bis ich mein iPhone repariert wieder kriege, sondern bis sie mir auch wirklich autorisiert ein neues geben dürfen) ohne Smartphone. Das ist ja, wenn man in der Kommunikationsbranche arbeitet, geradezu asketisch und selbstkasteiend. Es wäre eigentlich auch nicht so, dass das iPhone, das ich nun seit einem Jahr habe, mein erstes Smartphone war. Aber dessen Vorgänger – und leider nun auch mein Ersatzgerät – ist/war das Nokia 5800. Ein Gerät, das eher als «Smart, but not too much»-Phone bezeichnet werden könnte. Aber eben: Wie ist es, mobilkommunikationstechnisch wieder in der Steinzeit zu sein? Oder – oh, schrecklicher Gedanke – ist es am Ende gar nicht so übel? So ein Samstag ohne iPhone hatte ich ja schon, oder ein Sonntag. Das ist erhol- und geruhsam. Aber sieben Tage..?!?</p>
<p>Inzwischen bin ich also gut sechs Stunden ohne iPhone und ohne all die schönen Apps. Klar, mein iPad hält wacker die Stellung. Aber es ist – um die Dame aus der «Kinder Bueno»-Werbung zu zitieren – «ebe nid s Gliich» (mit ähnlich quengelndem Ton). Und eigentlich standen ja alle Anzeichen schon darauf, dass kommunikationstechnisch der Haussegen schief hängt. Vielleicht hat das Madame Etoile ja am Montag auch am Radio erzählt (fast: <a href="http://www.madameetoile.ch/downloads/wochensterne/2011/wochensterne.pdf" target="_blank">hier nachzulesen</a>). Aber weil ichs nicht gehört hatte, konnte ich mich nicht in Acht nehmen. Jedenfalls verhiess es nichts Gutes, dass Steve Jobs von uns ging.</p>
<p>Fehlt einem nun was? Nein, während der Arbeitszeit nicht wirklich. Da ist man ja am Computer, hat Mailprogramm und Webbrowser offen, klickt sich quer durch den Nachmittag. Nur eins macht mir ernsthaft Sorgen: Ich kann unterwegs nicht nachsehen, welche Termine anstehen. Stattdessen habe ich nun neben mir an der Magnetwand einen Print der nächsten zwei Wochen aus dem Outlook-Kalender.</p>
<p>Aber eben: unterwegs ist man abgenabelt. Nicht mal eben schnell checken, was die politische Weltlage macht oder ob nun die Slowakei doch noch einen Fallschirm geschnürt hat. Facebook unterwegs? Vergiss es! In den nächsten Tagen werde ich niemandem sagen können, wo ich jetzt grad bin. Die schlimmste Befürchtung ist: Niemand wirds merken und noch niemander wirds vermissen. Aber auch die Zugsverbindungen muss ich mir nun aufwändig am Computer raussuchen. Nur gut, habe ich diese Woche nur noch einen Termin. Aber da geh ich vielleicht mit dem Bus hin – ou, Backe: Bis ich herausgefunden habe, wie ich am besten von Haltestelle zu Haltestelle komme..!</p>
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		<title>Was ist denn monsterhaft an den Gebühren?</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 10:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Gressly</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Fernsehgebühren senken? Gut, aber dann wird aus dem Röstigraben und südlich des Gotthards eine Landesgrenze und man sieht nie wieder das Eidgenössische, das Feldschiessen oder ein Sächsilüüte am Fernsehen. Und nie wieder eine Fussball-Euro, eine Sternstunde oder einen Dokumentarfilm. Und kaum mehr Schweizer Filme im Kino. Also doch alles belassen wie es ist? Ein paar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fernsehgebühren senken? Gut, aber dann wird aus dem Röstigraben und südlich des Gotthards eine Landesgrenze und man sieht nie wieder das Eidgenössische, das Feldschiessen oder ein Sächsilüüte am Fernsehen. Und nie wieder eine Fussball-Euro, eine Sternstunde oder einen Dokumentarfilm. Und kaum mehr Schweizer Filme im Kino. Also doch alles belassen wie es ist? Ein paar Gedanken an die «Gebührenmonster»-Jäger.</strong></p>
<p>Gebühren zahlen oder Service public beanspruchen? Diese Frage prägt den politischen und gesellschaftlichen Diskurs immer wieder. Sei es, wenn die SBB höhere Billetpreise bekannt gibt, wenn die SRG nach mehr Staatsgeldern verlangt oder die Billag im Kreuzfeuer der Kritik steht. Letztere beiden sind es, die dieser Tage in der Bise stehen und von den «Gebührenmonster»-vertreibenden Nathalie Rickli, SVP-Nationalrätin, Mitglied der Geschäftsleitung von Werbevermarkter «Goldbach Media» und SRG-Bekämpferin der ersten Stunde, und Francisca Brechbühler, Ernährungs-Coach und «Bye Bye Billag»-Initiantin, bekämpft werden. Sie verlangen, dass die Fernsehgebühren von den heute 462 Franken auf 200 Franken gesenkt werden und mit den Steuern eingenommen werden. Und Jung (vor allem) und Alt springen auf den Zug auf und verbreiten die frohe Botschaft.</p>
<p>Wollen wir doch einmal überlegen, wieso die Gebühren so angesetzt sind. Doch erst muss man wohl oder übel zustimmen: Ja, die Gebühren sind wohl etwas hoch. Ja, sie sind höher als im Ausland, wo denn auch ein ähnliches Modell betrieben wird. Ja natürlich, es wäre schön, wenn wir weniger bezahlen müssten. Ja, vielleicht fänden sich Wege, diese Gelder ohne grossen Überbau, ohne Billag-Institution, einzukassieren. (Meine Theorie ist ja übrigens auch, dass allein die wortverwandtschaftliche Nähe des Institutionsnamens zu «billig» für den Sturm verantwortlich ist: Da wird etwas versprochen, das nicht eingehalten wird.)</p>
<p>Doch was genau bezahlen wir eigentlich mit diesen 462 Franken? Oder noch besser: Was würden wir nicht mehr haben, wenn wir 200 Franken bezahlen? Die Schweiz ist ein teures Pflaster. Löhne sind hoch, Infrastrukturen sind aufwändig, Entscheidprozesse verschlingen viel Zeit und Geld. (Übrigens wäre das nicht so, wenn – es ist zugegebenerweise ein ketzerischer Gedanke – die SVP nicht gegen Immigranten wäre, welche als billige Arbeitskräfte das Lohnniveau drücken würden.) Aber vor allem ist die Schweiz ein extrem vielschichtiges Land. 26 Kantone mit verschiedensten Eigenheiten. Und vor allem: Vier Sprachregionen, mit teils vier, oder dreifacher Infrastruktur in den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten SRF, TSR und TSI. Und das kostet eben Geld. Klar könnte man Gebühren senken. Aber Sparen heisst einen Landesteil diskriminieren! Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat 2006 den Anteil der Gebühren für den Sprachausgleich auf rund 40 Prozent des SRG-Anteils errechnet. Das bedeutet: Würde die SRG nur in einer Landessprache senden, würden die jährlichen Empfangsgebühren 268 Franken betragen.</p>
<p>Sparen heisst auch, Sendegefässe, die nicht lukrativ sind, aus dem Programm kippen. Lässt sich ein Sächsilüüte der Werbewirtschaft verkaufen? Stösst ein Eidgenössisches Schwingfest, ein Knabenschiessen oder das Feldschiessen auf genügend Resonanz? Oder lässt sich genügend Geld einnehmen, dass jede und jeder, die und den es interessiert, zu seinem Champions-League-Spiel (mit Schweizer Beteiligung! ManU und Milan gibt’s auf anderen Sendern), zu seinem Tennismatch, Curling-Spiel, zu Olympia, WM und Euro kommt? Klar, auch Olympia gibt’s auf anderen Sendern, aber sehen wir dann Viktor Röthlin? Das Team Ott? Mike Schmid? Oder erfahren wir, was uns Reportagen und Dokumentarfilme aus anderen Kulturen und anderen Landesteilen berichten könnten?</p>
<p>Und: Was würde, ohne Gebühren an die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten aus dem Schweizer Kino, das doch mehr und mehr an Bedeutung und zum Glück auch an Qualität gewinnt? Die SRG hat mit dem Schweizer Film den Pacte de l’audiovisuel geschlossen: Das Fernsehen betreibt über Co-Produktionen im Umfang von fast 17 Millionen Franken massive Filmförderung – und aus Sicht der Filmschaffenden noch immer zu wenig. Was, wenn diese Gelder nicht mehr fliessen? Kein «Tannöd», kein «grosser Kater», kein «Giulias Verschwinden», keine «Räuberinnen» und kein «Sennentuntschi» (Die gesamte Liste gibts hier: http://www.srgssr.ch/de/service-public/kultur/pacte-de-laudiovisuel). Wer Gebühren sparen will, zieht den Stecker an der Beatmungsmaschine des Schweizer Films. Und wer nun sagt, «Gut, wenn er nicht selbständig atmen kann, soll er auch nicht leben», dem sei gesagt: Dann sterben alle Sportvereine, alle Schützenvereine, alle Kulturvereine und alles, was unser Leben letztlich ausmacht. Denn all diese Bereiche werden auf irgendeine Art und Weise von Bundesgeldern finanziert – und nicht zu knapp.</p>
<p>Klar: Ich wüsste vieles, wofür ich die 462 Franken – oder eben 262 – ausgeben könnte. Eine Diskussion über den sinnvollen Einzug und die Verwendung der Gebührengelder (die übrigens nicht alle nur an die SRG gehen, sondern auch an andere Medienanstalten) muss geführt werden. Dabei gehts auch um die Nebeneinkünfte der eh wohl schon nicht schlecht bezahlten SRG-Mitarbeitern. Aber nicht auf den Schultern einer Parteipolitik, die es sich zum Ziel gemacht hat, die SRG zu diffamieren. Man bedenke: Wieso setzt sich eine SVP-Exponentin auf einmal dafür ein, dass Gebühren gleichzeitig mit den Steuern eingezogen werden, während sich die Partei entschieden gegen die Pauschalisierung der Steuer- und Gebührenfrage einsetzt? Weil es gar nicht darum, sondern um die Angriffsstrategie der SVP gegen die SRG geht.</p>
<p>Ein anderes Beispiel zum Schluss: Wer telefoniert Zuhause und im Büro über die Leitungen der Swisscom? Hier bezahlt man ohne zu Mucksen zwölf Mal über 25 Franken, insgesamt 300 Franken Gebühren, ohne auch nur eine Sekunde telefoniert zu haben. Das scheint nur wenige zu stören&#8230;</p>
<p><em>(Selbstdeklaration: Ja, ich bin Vorstandsmitglied der SRG.AG/SO. Diese Zeilen entstanden aus der daraus erfolgten politischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Aber sie wären auch so, als Konsument, zustande gekommen und sind nicht ein abgestimmes Instrument «pro domo».)</em></p>
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